Markenrohstoffe haben sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil des Nahrungsergänzungsmittelmarktes entwickelt. Namen wie KSM-66®, Peptan®, Creapure® oder Albion® finden sich immer häufiger auf Produktetiketten und in Marketingmaterialien. Viele Verbraucher gehen daher automatisch davon aus, dass ein Markenrohstoff auch automatisch für ein hochwertigeres Produkt steht.
Doch ist diese Annahme immer gerechtfertigt? Und was dürfen Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln über die wissenschaftliche Forschung hinter diesen Inhaltsstoffen tatsächlich kommunizieren?

Was ist ein Markenrohstoff?
Ein Markenrohstoff ist ein geschützter Inhaltsstoff, der von einem bestimmten Unternehmen entwickelt und unter einer eingetragenen Marke hergestellt wird. Im Gegensatz zu generischen Rohstoffen werden Markenrohstoffe in der Regel nach standardisierten Herstellungsverfahren und klar definierten Qualitätsstandards produziert, die vom jeweiligen Hersteller festgelegt werden.
Viele Markenrohstoffe werden durch wissenschaftliche Studien, konsistente Produktionsstandards und umfangreiche technische Dokumentationen unterstützt. Diese Kombination macht sie sowohl für Verbraucher als auch für Nahrungsergänzungsmittelmarken attraktiv, die ihre Produkte im Wettbewerb differenzieren möchten.
Warum sind Markenrohstoffe so beliebt?
Für Private-Label-Marken können Markenrohstoffe verschiedene Vorteile bieten:
- Standardisierte Qualität und Zusammensetzung von Charge zu Charge
- Hohe Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette
- Umfassende technische und regulatorische Dokumentation
- Hoher Wiedererkennungswert innerhalb der Branche
- Zugang zu wissenschaftlichen Studien und technischen Unterlagen des Rohstoffherstellers
Diese Faktoren können den Produktentwicklungsprozess erleichtern und gleichzeitig die hochwertige Positionierung des Endprodukts unterstützen.
Bedeutet eine wissenschaftliche Studie automatisch einen Health Claim?
Genau hier entstehen häufig Missverständnisse.
Dass ein Markenrohstoff durch wissenschaftliche Studien unterstützt wird, bedeutet nicht automatisch, dass gesundheitsbezogene Aussagen auf der Verpackung, der Website oder in Marketingmaterialien verwendet werden dürfen.
Innerhalb der Europäischen Union werden gesundheitsbezogene Angaben für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel durch die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel geregelt. Verwendet werden dürfen ausschließlich zugelassene Health Claims, die im EU-Register eingetragen sind.
Mit anderen Worten: Eine wissenschaftliche Studie und ein zugelassener Health Claim sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Existenz wissenschaftlicher Forschung berechtigt nicht automatisch dazu, deren Ergebnisse in der Produktkommunikation zu verwenden.
Dürfen Studienergebnisse auf der Produktverpackung kommuniziert werden?
Nicht automatisch. Jeder Einzelfall muss individuell bewertet werden.
Auch wenn für einen Markenrohstoff zahlreiche wissenschaftliche Studien veröffentlicht wurden, dürfen deren Ergebnisse oder mögliche gesundheitliche Wirkungen nicht ohne Weiteres auf Verpackungen oder in Marketingmaterialien kommuniziert werden. Jede Aussage muss mit den geltenden gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Zielmarktes übereinstimmen. Zudem kann sich die praktische Auslegung der Vorschriften zwischen einzelnen EU-Mitgliedstaaten unterscheiden – insbesondere für Marken, die ihre Produkte international vertreiben.
Deshalb sollte die regulatorische Prüfung ein fester Bestandteil der Produktentwicklung sein und nicht erst erfolgen, wenn Verpackung oder Marketingmaterialien bereits fertiggestellt sind.
Sind generische Rohstoffe schlechter?
Viele generische (nicht markengeschützte) Rohstoffe stammen von renommierten Herstellern und bieten eine ausgezeichnete Qualität, gleichbleibende Spezifikationen sowie zuverlässige technische Eigenschaften. Ob ein Markenrohstoff oder ein generischer Rohstoff die bessere Wahl ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – darunter Produktpositionierung, Zielgruppe, Budget und die gesamte Markenstrategie.
Für Premium-Produkte kann ein Markenrohstoff einen zusätzlichen Wiedererkennungswert und einen Marketingvorteil bieten. In anderen Fällen kann jedoch ein sorgfältig ausgewählter generischer Rohstoff – ergänzt durch eine zuverlässige Lieferantenauswahl und vollständige Dokumentation – die ebenso geeignete und wirtschaftlichere Lösung sein.
Die richtige Rohstoffwahl für Ihre Marke
Ein erfolgreiches Nahrungsergänzungsmittel basiert auf weit mehr als einem bekannten Rohstoffnamen. Ebenso entscheidend sind eine durchdachte Formulierung, hohe Produktionsstandards, regulatorische Konformität und eine transparente, rechtskonforme Kommunikation.
Bei GreenPharm unterstützen wir Marken dabei, sowohl Markenrohstoffe als auch generische Inhaltsstoffe auszuwählen, die optimal zu ihrem Produktkonzept, ihren Qualitätsanforderungen und ihrer Marktpositionierung passen. Unser Ziel ist es, Private-Label-Nahrungsergänzungsmittel zu entwickeln, die zuverlässige Qualität, durchdachte Formulierungen und eine gesetzeskonforme Kommunikation miteinander verbinden.

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Wenn Sie fachkundigen Rat benötigen, können Sie sich gerne an uns wenden. Unser Team hilft Ihnen gerne dabei, Produkte für Ihre Marke zu entwickeln, die den Ansprüchen Ihrer Kunden gerecht werden.